Geschichte des Vereins

Anfänge des Vereins

Am 12. Dezember des Jahres 1909 maßen eine Anzahl Bockhorner Einwohner in einem Klootschießerwettkampf ihre Kräfte. Der Wettkampf konnte jedoch nicht zu Ende geführt werden, da an diesem Tage ein heftiger Regen einsetzte. Der Kampf wurde abgeblasen und die Teilnehmer wärmten sich in Reinhard Junkers Gasthaus erst einmal gehörig durch.
An diesem Tag wurde von 46 Sportskollegen die Gründung des Bockhorner Bosselvereins beschlossen.
Die erste ordentliche Generalversammlung fand schon kurz danach am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1909 statt, an der bereits 32 eingetragene Mitglieder teilnahmen. Ein ausgearbeitetes Statut mit 13 Paragraphen fand die einstimmige Billigung der Versammlung. Dieses Statut blieb, nur von einigen formalen Änderungen abgesehen, bis zur Aufstellung einer neuen Satzung im Jahre 1982 in Kraft.
Der erste Vorstand von "Lat´n sus´n" Bockhorn bestand aus:


dem ersten Vorsitzenden Johannes Bredehorn,
dem zweiten Vorsitzenden Johann Brunken,
dem Schriftführer und Kassierer August Gerdes.
Inventarverwalter war Reinhard Junker und als
Bahnweiser fungierten Johann Bredehorn und Bohle Fleßner.


Friesenspieler 1921 - Der Trainingsanzug bestand aus langer Unterhose und Unterhemd Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins übten fleißig den Klootschießersport. Jeden Sonntag hieß es: "Klootschießen". Der Trainingsanzug bestand aus langer Unterhose und Unterhemd.
Das erste Preiswerfen des Bockhorner Vereins fand am Neujahrstag des Jahres 1911 statt. Der Held des Tages war Gustav Katmann, der spätere Ehrenvorsitzende, der den ersten Preis und beide Ehrenpreise für sich gewinnen konnte. Am 1. Februar 1911 wagte man bereits einen Wettkampf gegen den Nachbarverein Steinhausen. Leider konnte in dem Feldkampf der Sieg nicht an die Bockhorner Fahnen geheftet werden.
Um rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen, verband man bereits am 19.3.1911 ein Vereinspreiswerfen mit einem Jugendwerfen, an die sich schon 16 Bockhorner Jungen beteiligten. Der beste Werfer bei den Knaben war Karl Bredehorn, der sich später zu einer großen "Kanone" im Friesischen Klootschießerverband entfaltete.
Das große Interesse der Mitglieder, fleißiges Üben, Wettkämpfe im Verein und gegen auswärtige Vereine, sowie die Beteiligung an Preiswerfen anderer Vereine hatten zur Folge,
dass der Verein in den folgenden Jahren blühte und gedieh.
Wie auch in vielen anderen Vereinen beendete mit jähem Schlag der erste Weltkrieg die aufsteigende Entwicklung des Bockhorner Klootschießer- und Bosselvereins. Viele Sportskollegen kehrten nicht wieder aus dem Krieg zurück.
Mit unermüdlicher Tatkraft bauten die Friesenspieler ihren Verein wieder auf. Auf der 1. Nachkriegsversammlung fanden sich 25 treue Anhänger in ihrem Vereinslokal am 2. Februar 1919 wieder ein. 

 

1929 war die Mitgliederzahl bereits wieder auf 135 Friesenspieler angewachsen und der Verein konnte einen für damalige Verhältnisse gesunden Kassenbestand von 320 Reichsmark ausweisen. 1930 war es möglich, in die große Finanzpolitik einzusteigen und bei der Bank erstmals ein Konto mit 150 RM zu eröffnen.

Im Verein wurde in der Folgezeit neben dem aktiven Boßel- und Klootschießersport immer mehr die Geselligkeit gepflegt. Jährlich wurden im Vereinslokal ein Neujahrsball, ein Osterball sowie zahlreiche andere Festlichkeiten veranstaltet. Alle 5 Bockhorner Gastwirte waren Mitglieder im KBV. Üblich war es geworden, alle Vereinsversammlungen wechselweise bei allen Gastwirten abzuhalten. Daran erkennt man die gute Harmonie im Bockhorner Vereinsleben.
Hervorzuheben ist aus dieser Zeit vor dem 2. Weltkrieg, dass die 5 Gebrüder Fritz, August, Reinhard, Gustav und Johann Buhr eine Bosselgruppe bildeten und gefürchtete Gegner waren. Alle 5 waren hervorragende Klootwerfer.
Erstmals nahm am 22. Januar 1933 ein Pressevertreter des "Gemeinnützigen" an der Jahreshauptversammlung teil und berichtete der Öffentlichkeit über das aktive Vereinsgeschehen. Im Zuge des Nationalsozialismus hatten sich ab 1934 die Vereinsvorsitzenden "Vereinsführer" zu nennen und Versammlung mit "Sieg heil" statt des gewohnten "Lat´n sus´n" zu eröffnen.
Friesentag 1954 Der Verein wurde stärker und stärker und war 1938 mitgliedsstärkster Verein des Kreises.
Während des 2. Weltkrieges ruhte -wie in allen Vereinen- zwangsläufig die gesamte Vereinsarbeit.
Auf vielseitigen Wunsch wurde am 20. April 1946 der Verein wieder ins Leben gerufen. Für diesen Abend hatte der Ehrenvorsitzende Gustav Katmann die Mitglieder zu einer Versammlung im Vereinslokal Rudolf Junker eingeladen.
Heinrich Carstens wurde an diesem Tag zum Vorsitzenden des KBV "Lat´n sus´n" Bockhorn gewählt. Er meisterte in der Besatzungszeit die schwierige Aufgabe, die Wiedergründung des Vereins durch den kanadischen Townmayor, Captain Pannoc, genehmigen zu lassen.

Der Verein wurde wieder sportlich aktiv und pflegte wieder die Geselligkeit und Kameradschaft. Heinrich Carstens war Vorsitzender von 1946 bis 1952 und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger als Vorsitzender war Lambertus Güst von 1952 bis 1977. Er ist heute ebenfalls Ehrenvorsitzender. Danach übernahmen Hans Bredehorn von 1977 bis 1978, von 1978 bis 1986 Harald Uehlken und von 1986 bis 1988 Günther Buhr den 1. Vorsitz.
Zur Zeit setzt sich der Gesamtvorstand wie folgt zusammen:


1. Vorsitzender Arthur Ihmels (seit 1988)
1. stellvertretender Vorsitzender Heinz Pinther (seit 1988)
2. stellvertretender Vorsitzender Werner Glowatzki (seit 1997).
Geschäftsführer des Vereins ist seit 1999 Rainer Mennen.


Jugendmannschaft 1984 Die Aufbaujahre und die weiteren Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren geprägt von einer bemerkenswerten Aktivität. Den Mitgliedern und auch der ganzen Bevölkerung des Ortes wurden viele Festlichkeiten und sportliche Aktivitäten geboten. Das Heimatspiel in Freundschaftswettkämpfen wurde sehr gepflegt. Klootschießen stand in Bockhorn zwar nicht mehr im Vordergrund. Es wurden aber immer mehr Kontakte geknüpft mit vielen Nachbarvereinen aus dem Kreisverband Friesische Wehde, aber auch aus Wilhelmshaven, Jeverland, Waterkant und Ammerland. Auch Mannschaften aus Ostfriesland wurden zu Wettkämpfen in Freundschaft herausgefordert und weite Wege nach Holland angetreten, um dort Bosselwettkämpfe durchzuführen.
Nicht unerwähnt bleiben darf das unvergessene 14. Winterfest des Friesischen Klootschießerverbandes, das am 20. und 21. März 1954 in Bockhorn stattgefunden hat. Bei dieser Veranstaltung wurden u. a. Friesen- und Heimatabende sowohl im Landgasthof Junker, als auch im Hotel Hornbüssel, durchgeführt. Die große Zahl der Ehrengäste, die in Bockhorn anwesend waren, kann in diesem Rahmen nicht namentlich genannt werden. Sogar das Lustspiel "De Klootscheeter" von Heinrich Diers wurde in zwei Sälen uraufgeführt. Die an diesen Festtagen durchgeführten Länderkämpfe im Klootschießen und Weidebosseln wurden von über 5.000 Käklern und Mäklern gesehen.
2.Männermannschaft 1984 Aber, wie auch in allen anderen Vereinen , nahm das Interesse am Heimatspiel auch in Bockhorn ab, so dass ein Werferschwund eintrat.
Man entschloß sich daher in Bockhorn 1976, nach anfänglichen Bedenken, an den bereits eingeführten Punktewettkämpfen teilzunehmen. "Lat´n sus´n" blühte wieder auf. Im Jubiläumsjahr des Landesverbandes Oldenburg nehmen vom Klootschießer- und Bosselverein von 1909 "Lat´n sus´n" Bockhorn e. V. an den Punktewettkämpfen 2 Frauen-, 4 Männer- und 2 Jugendmannschaften teil. Sportlichkeit und Kameradschaft stehen in unserem Verein stets im Vordergrund.